Gilt bei einem Fahrradschaden die 130-Prozent-Regel?

Verkehrsunfall
Bei Fahrradschäden gilt ebenfalls die 130-Prozent-Regel. Foto: Daniel Naupold

München (dpa/tmn) - Für Fahrzeugschäden hat die Rechtsprechung den Grundsatz der sogenannten 130-Prozent-Regel entwickelt. Demnach darf ein Geschädigter den Schaden zu 130 Prozent des Wiederbeschaffungswertes abrechnen.Liegen die Reparaturkosten darüber, wird auf Grundlage des Totalschadens erstattet. Diese Regelung gilt auch für Fahrräder. Diese hätten eine stetige technische Weiterentwicklung vollzogen.Zu dieser Auffassung kam das Oberlandesgericht München in einem Urteil (Az.: 10 U 1885/18), über das die des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet. Ein Autofahrer verursachte einen Unfall mit einem Radler. Dieser machte für sein Rennrad mit Carbonrahmen Reparaturkosten von circa 3800 Euro geltend. Bei Gericht bezifferte ein Sachverständiger den Wiederbeschaffungswert allerdings nur mit 1450 Euro.Die Grundsätze der 130-Prozent-Rechtsprechung für Kraftfahrzeuge gelten auch für Fahrräder, so das Gericht. Ein Geschädigter könnte die voraussichtlichen Reparaturkosten zuzüglich einer etwaigen Wertminderung erstattet verlangen - doch begrenzt auf die Summe des Wiederbeschaffungswerts von 130 Prozent.Ansonsten handelt es sich um einen Totalschaden - wie in diesem Fall. Die Kosten der Reparatur überstiegen den Wiederbeschaffungswert deutlich. Der Kläger musste auf Basis des Totalschadens in Höhe des Wiederbeschaffungswertes abrechnen.

Quelle: dpa-News

gesponsert von wirfahrlehrer

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Webseite bestmöglich an die Bedürfnisse unserer Besucher anpassen zu können.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz
Einverstanden